16-Problemlösungen

Wenn der Extruder nicht richtig funktioniert, neigen viele Leute dazu, stundenlang herum zu experimentieren. Das empfehle ich nicht. Wenn die Extrusion nicht gut läuft, gibt es einen konkreten Grund, der oft nicht einfach mit Temperaturänderungen oder Drehzahländerungen beseitigt werden kann. Im folgenden finden Sie die Hauptgründe für gängige Probleme, um schnell und einfach alles zum laufen zu bringen: 

16.1. Extrusion nicht gleichmäßig oder keine Extrusion  

16.1.1 Korngröße zu groß, dadurch unregelmäßige Extrusion oder Verstopfung
Bei Mahlgut, als auch bei Pellets muss die Korngröße bei so einem kleinen Extruder-System streng überprüft werden. Das Material muss gesiebt werden (Sieb mit runden Öffnungen mit 4,5 bis 5mm Größe).

16.1.2 Schmelzefilter
Prüfen, ob der Filter verstopft ist oder verformt wurde und zur Düsenspitze gedrückt wurde.

16.1.3 Anhaftungen an der Extruderschnecke im Einzugsbereich
Nach langem Gebrauch oder nach häufigem Materialwechsel, kann es zu Anhaftungen an der Extruderschnecke im Einzugsbereich kommen. Dann die Extruderschnecke Reinigen.

16.1.4 Brückenbildung im Trichter


Es gibt Brückenbildung im Trichter und kein Material rieselt mehr nach, obwohl der Trichter voll aussieht. Das ist besonders bei PLA Mahlgut mit kleiner Körnung möglich. Es gibt einen hohen Pulveranteil und kleine scharfkantige Teile im Mahlgut. Das führt dazu, dass sich das Material mit der Zeit kompaktiert, bis es nicht mehr rieselt. Es gibt mehrere Möglichkeiten:
– Stellen Sie sicher, dass die Rührer-Schraube am der Kupplung installiert ist. Siehe Aufbauanleitung.
– Man kann auch den Pulveranteil im Mahlgut heraussieben, indem man ein Sieb mit sehr kleinen Löchern verwendet.
– Generell hilft es auch, wenn man den Trichter nicht zu voll macht, regelmäßig nachgefüllt und dabei das Material umrührt.
– Optional kann man eine Metallbeschichtung in den Trichter einsetzen, für weniger Reibungswiderstand. Siehe Dazu Aufbauanleitung Kapitel 17.

16.1.5 Materialqualität
Das Material muss wie in Kapitel 06 beschrieben aufbereitet sein (Trocknung, Sortenrein, Sauberkeit, etc.). Achtung: Die Schredder von Precious Plastic (oder ähnliche Schredder) haben leider oft Metallabrieb im Mahlgut, welches den Filter dann sehr schnell und oft verstopfen lässt. Eine Notlösung ist es, ohne den Schmelzefilter Filament zu produzieren und dann das Filament mit einer 0,8mm Düse im Drucker zu drucken. Oder Sie nutzen das Material für Spritzguss- Anwendungen, siehe Kapitel 07.3. 

16.1.6 Mechanischer Aufbau
Stellen Sie sicher, dass sich die Extruderschnecke weit genug im Rohr befindet. Die flache Fläche der Schnecke im Einzugsbereich muss bis in das Rohr hineinragen. Wenn die Schnecke nicht weit genug im Rohr ist, wird Material am Eingang zum Rohr festgeklemmt, mitgedreht oder abgeschert. Das führt zu Schwankungen der Extrudsionsleistung.

Ab Version MK3.9 wird das Extruder-Rohr vormontiert ausgeliefert. In dem Rohr sind Rillen im Einzugsbereich eingearbeitet. Diese erhöhen die Reibung und verhindern ein Anhaften oder Mitdrehen von Partikeln. In älteren Extruder Versionen wurden diese Rillen selbst vom Kunden mit einer Feile hergestellt. Wenn diese Rillen zu klein sind oder nicht vorhanden sind, kann es zu unregelmäßiger Extrusion kommen. Vor allem bei der Verwendung Mahlgut. Es kann helfen, wenn die Rillen geringfügig größer gefeilt werden.

16.1.7 Grenzen kleiner Extruder
Es kann auch Materialien oder Materialmischungen geben, die nicht für die Verarbeitung in einem so kleinen Extruder geeignet sind. Dann ist die Verarbeitung einfach nicht möglich. 

16.1.8 Hilfe und Support
Wenn diese Hilfestellungen generell nicht zum Erfolg führen, kontaktieren Sie uns bitte. (www.artme-3d.de/contact) 


16.2. Blockierung der Extruderschnecke  

Wenn die Extruderschnecke blockiert, dann verliert der Schrittmotor des Extruder-Antriebs Schritte und macht ruckartige Bewegungen bei einem auffälligen Geräusch. Das ist zunächst nicht schlimm, sollte aber nicht lange bestehen bleiben. Die Strombegrenzung des Schrittmotors dient hierbei als Überlastschutz. Wenn bei Ihnen die Extruderschnecke blockiert, prüfen Sie zunächst folgende Schritte: 

16.2.1 Schmelzefilter
Prüfen, ob der Filter verstopft ist oder verformt wurde und zur Düsenspitze gedrückt wurde. Achtung: Die Schredder von Precious Plastic (oder ähnliche Schredder) haben leider oft Metallabrieb im Mahlgut, welches den Filter dann sehr schnell und oft verstopfen lässt. Eine Notlösung ist es, ohne den Schmelzefilter Filament zu produzieren und dann das Filament mit einer 0,8mm Düse im Drucker zu drucken. Oder Sie nutzen das Material für Spritzguss- Anwendungen, siehe Kapitel 07.3. 

16.2.2 Art Fütterung des Extruders
Durch die grundsätzliche Konstruktion des Extruders ist die Einzugszone bewusst relativ kalt gehalten. Unabhängig davon, welche Temperatur Sie einstellen. Das hat den Vorteil, dass die Wiedereinschaltbarkeit gegeben ist. Das heißt, man kann einfach jederzeit den Stecker ziehen und nach dem Abkühlen erneut aufheizen und direkt wieder den Extruder starten, ohne aktiv herunterfahren zu müssen oder den Extruder mit Reinigungsgranulat spülen zu müssen. Das kann aber den Nachteil haben, dass es Materialien gibt, die dann zu kalt in der Kompressionszone ankommen und dadurch die Extruderschnecke blockieren. Eine Erhöhung der Motorleistung ist daher nicht immer hilfreich. Das gesamte Design des Extruders ermöglicht aber eine andere Art der Fütterung im Trichter. Dadurch kann viel Motorleistung gespart werden. Dafür ist das Trichter-Teil ED-J (Dosier-Trichter) vorgesehen. Damit wird weniger Material in den Trichter dosiert, als der Extruder von selbst fördern würde. Dadurch ist weniger Druck im System, was Motorleistung spart und dem Material mehr Zeit gibt um aufzuschmelzen. Wenn der Extruder also bei der Verwendung von Pellets blockiert, verwenden Sie das Trichter Teil ED-J in Verbindung mit der Extruderschnecke mit niedriger Kompression. Siehe Aufbauanleitung.

16.2.3 Überprüfen Sie die verwendeten Einstellungen aufgrund von Gleiteffekten
Auch wenn hier in der Anleitung Einstellungen für verschiedene Materialien vorgeschlagen sind, kann es sein, dass die Einstellung für Ihr Material trotzdem abweichen und die Drehzahl einfach zu hoch oder die Temperatur einfach zu niedrig gewählt ist. Oft merkt man erst nach 1 bis 4 Kilogramm, ob die Einstellungen passen. Das kann z.B. folgenden Grund haben: Bei der Verwendung von z.B. Universal-Masterttach oder anderen Kunststoffsorten kann auf der Innenfläche des Rohres eine Art Gleitfilm entstehen. Das passiert durch zum Beispiel durch PE Wachs oder andere Additive. Auch wenn die Farbe des Masterbatch schon längst aus dem System rausgespült ist, kann es sein, dass die Gleitwirkung noch weiter anhält. Wenn Sie dann z.B. auf ein zähes Material wie PETG Pellets wechseln, dann kann es sein, dass Sie zu schnell extrudieren. Erst wenn nach der Verarbeitung von 1 bis 4 Kilogramm die Gleitwirkung nachlässt, weil der Gleitfilm verschwunden ist, kann es dann zum blockieren des Motors kommen. Dann kann es nötig sein, langsamere Drehzahlen und/oder höhere Temperaturen zu verwenden. In seltenen Fällen hilft dann auch wiederum die Verwendung von Additiven wie PE-Wachs, Bornitrid oder eben auch einfach Universal-Masterbatch.

16.2.4 Überprüfen Sie sie Materialqualität
Das Material muss wie in Kapitel 06 beschrieben aufbereitet sein (Trocknung, Sortenrein, Sauberkeit, etc.).

16.2.5 Optionale Verwendung der Extruderschnecke mit der niedrigen Kompression
In seltenen Fällen, sind die verwendeten Pellets nicht mit dem Dosiertrichter ED-J verarbeitbar. Und bei der direkten Verarbeitung blockiert dann der Motor. Dann kann es nötig sein, die optional erhältliche Extruderschnecke mit niedriger Kompression zu verwenden. Auch bei Mahlgut kann das der Fall sein. Für Mahlgut ist aktuell noch kein Dosiertrichter verfügbar. Wenn bei der direkten Verwendung von Mahlgut also der Extruder blockiert, kann die Extruderschnecke mit niedriger kompression Abhilfe schaffen. Diese hat allerdings eine kleinere Öffnung in der Einzugszone, wodurch die Korngröße des Mahlguts auf 4mm begrenzt wird.

16.2.6 Überprüfen Sie den Motorstrom des Schrittmotors
Der Motorstrom wird am externen Schrittmotortreiber über kleine Dipschalter eingestellt. Es gibt folgende Möglichkeiten: 

  • Es sieht so aus, als wäre die richtige Einstellung gewählt, aber ein Dipschalter ist nicht ganz nach unten oder oben gedrückt. Dann hat dieser keinen Kontakt und es kann zu Fehlfunktionen kommen. Prüfen Sie die korrekte Schalterstellung. 
  • Wenn hier eine falsche (zu niedrige) Einstellung gewählt wäre, kann der Motor blockieren, ohne dass es einen Grund dafür gibt. Überprüfen Sie dazu Schritt 51 in Kapitel 13 der Aufbauanleitung. Schalterstellung sollte Dipswitch 1: off, Dipswitch 2: on, Dipswitch 3 off sein. 
  • Es kann auch materialabhängig nötig sein, den Strom erhöhen zu müssen. Gerade bei zähen Materialien wie PLA+ oder PETG oder auch bei kleinen/dünnen Pellets kann das der Fall sein. Um den Motorstrom zu erhöhen gehen Sie folgendermaßen vor:

    – Öffnen Sie das Elektronik Gehäuse auf der Rückseite des Extruders.
    – Am externen Schrittmotortreiber finden Sie kleine Dip-Schalter. Schalter 1, 2 und 3 werden nun eingestellt. (Diese Einstellung gilt nur für den im Bausatz verwendeten Schrittmototreiber „DM332T“).
    – Der Motorstrom ist bei der Werkseinstellung auf 2,5 Ampere begrenzt. Für 2,9 Ampere stellen Sie Schalter 1 auf „on“, Schalter 2 auf off“ und Schalter 3 auf „off“. Für 3,2 Ampere stellen Sie Schalter 1 auf „off“, Schalter 2 auf off“ und Schalter 3 auf „off“. Achtung: Die im Bausatz des MK3.9 mitgeleiferte Extruderschnecke mit hoher Kompression (zwei Markierungen am Schaft) wird dann im maximalen Leistungsbereich betrieben, daher verwenden Sie den Maximalen Strom nur, wenn alle anderen Maßnahmhen nicht greifen.. Die optional erhältliche Extruderschnecke mit niedriger Kompression (eine Markierung am Schaft) kann ohne Einschränkungen bis zum maximalen Motorstrom betrieben werden.
    – Der Schrittmotor muss dann eventuell gekühlt werden. Wobei Betriebstemperaturen um die 60 bis 70°C für den Motor generell kein Problem sind. Achtung: Verbrennungsgefahr. Es kann auch Schmiermittel austreten.
  • In seltenen Fällen gab es auch defekte am Schrittmotor selbst. Dann dreht sich der Motor zwar aber es kann zu Leitungsbfall kommen. Dann muss der Schrittmototreiber ausgetauscht werden.

16.1.6 Mechanischer Aufbau
Stellen Sie sicher, dass sich die Extruderschnecke weit genug im Rohr befindet. Die flache Fläche der Schnecke im Einzugsbereich muss bis in das Rohr hineinragen. Wenn die Schnecke nicht weit genug im Rohr ist, wird Material am Eingang zum Rohr festgeklemmt, mitgedreht oder abgeschert. Das kann den Motor blockieren.

Ab Version MK3.9 wird das Extruder-Rohr vormontiert ausgeliefert. In dem Rohr sind Rillen im Einzugsbereich eingearbeitet. Diese erhöhen die Reibung und verhindern ein Anhaften oder Mitdrehen von Partikeln. In älteren Extruder Versionen wurden diese Rillen selbst vom Kunden mit einer Feile hergestellt. Wenn diese Rillen zu groß sind, kann es zum Verklemmen von Pellts kommen. Das kann zum blockieren des Motors führen. In diesem Fall muss das Rohr ausgetauscht werden.

16.2.7 Hilfe und Support
Wenn diese Hilfestellungen generell nicht zum Erfolg führen, kontaktieren Sie uns bitte. (www.artme-3d.de/contact) 

16.3. Sehr häufige Verstopfung des Schmelzefilters.  

Der verwendete Schmelzefilter stellt sicher, dass das produzierte Filament auf einem Drucker mit einer 0,4mm Düse gedruckt werden kann. Er ist  nicht dazu gedacht, verschmutze Kunststoff-Mahlgüter generell zu reinigen, wie das bei Industrie-Extrudern der Fall ist. Das verwendete Material muss sauber sein und bleiben. Ein nachträgliches Waschen hilft oft nicht. Falls doch ein Schmutzpartikel in der Schmelze ist, wird es vom Schmelzefilter aufgefangen. Sollte bei Ihnen der Schmelzefilter oft oder sehr schnell verschmutzen prüfen Sie bitte folgende Möglichkeiten: 

16.3.1 Lagern Sie Mahlgut sehr sorgfältig. Verwenden Sie Behälter mit Deckel, sodass kein Staub oder andere Partikel in das Mahlgut gelangen können. 

16.3.2 Klebereste müssen vollständig entfernt werden. 

16.3.3 Das Mahlgut muss sortenrein sein. Wenn Sie zum Beispiel Mahlgut aus PLA verarbeiten, ist die Verarbeitungstemperatur so niedrig, dass kleine Partikel aus Beispielsweise PETG, ASA oder ABS den Filter zusetzen können. Wenn sich zwei bis drei Körner einer anderen Kunststoffsorte im Mahlgut befinden, kann das schon zu Problemen führen. 

16.3.4 Es kann vorkommen, dass der verwendete Shredder kleine Metallspäne oder anderen Abrieb erzeugt, welcher dann im Mahlgut landet. Das setzt den Filter auch schnell zu. Daher stellen Sie die Messer-Spaltmaße ggf. genau ein oder verwenden Sie ein feines Sieb. Alle Partikel, die kleiner sind, als beispielsweise 1 bis 0.5mm, sollten dann nicht in den Extruder gegeben werden. 
 
16.3.5 Wenn Sie Mahlgut in einem Behälter aufbewahren und aus diesem Behälter Material in den Extruder füllen, sollten Sie den letzten Rest, welcher sich am Boden des Behälters sammelt, nicht in den Extruder füllen. Darin sind meist viel Staub und Verschmutzungen wie Metallabrieb enthalten, welchen den Filter dann schnell zusetzen. 
 
16.3.6 Wenn Sie Filtermaterial Nachkaufen möchten, suchen Sie im Internet nach: 
“Drahtgewebe aus Edelstahl mit einer Maschenweite von 0,3mm (Mesh 50) und einer Drahtstärke von 0,2mm.” Die Maschenweite wird oft in der Einheit „Mesh“ angegeben. Die Maschenweite von 0,3 mm entspricht Mesh 50. Sie können bei Ebay, Amazon oder lokalen Metallbetrieben fündig werden. Geben Sie die genannten Begriffe aber am besten zuerst in eine Suchmaschine Ihrer Wahl ein. Wenn Sie einen Filter mit größerer Maschenweite verwenden, ist der Schutz vor dem Verstopfen einer 0,4mm Drucker-Düse nicht mehr gegeben. Wenn Sie einen mit kleinerer Maschenweite verwenden, ist der Filter nicht stabil genug und wird verbogen und zur Düsenspitze gedrückt, was Probleme machen wird.  

16.4. Das Filament ist stellenweise zu dick oder bleibt in der Zieheinheit stecken  

16.4.1 Es gibt immer wieder Berichte über dicke stellen im Filament. Das kann mehrere Ursachen haben. Die häufigsten Gründe sind eine nicht ausreichende Trocknung oder keine Sortenreinheit. Also Blasen durch Wasserdampf oder durch Partikel einer anderen Kunststoffsorte, sowie anderen Verunreinigungen. Auch wenn mehrere Kunststoffsorten des gleichen Typs (PLA Mahlgut von unterschiedlichen Herstellern oder PLA Pellets mit unterschiedlicher Form und Größe) verarbeitet werden sind, kann es zu diesen Effekt kommen. Wir wissen noch nicht ganz genau, woran das liegt aber wir vermuten, dass die Mischwirkung von kleinen Extruder-Systemen dafür einfach nicht ausreichend ist. In der Industrie wird eine solche Vermischung in mehreren Stufen gemacht. Zuerst vermischen in einem Doppelschneckenextruder mit brutaler Mischwirkung, dann Palettierung und erneute Verarbeitung zum Produkt. Dann sind eventuelle Fremdpartikel so gut hineingemischt, dass es einfach nicht mehr auffällt. Daher empfehlen wir nur Material zu verarbeiten, welches sortenrein und sauber ist.

16.4.2 Eine undichte Düse kann auch zu Problemen dieser Art führen, wenn die Düse undicht ist, kann sehr flüssiges, degradiertes Material heraustropfen und am Filament kleben bleiben. Wenn dieser Tropfen, dann an der Zieheinheit ankommt, bleibt es stecken und der Extruder stoppt mit der Fehlermeldung „Sensor Error“, da der Sensor dann absinkt. In diesem Fall können die Kupferdichtungen ausgetauscht werden, siehe Kapitel 13. Achten Sie darauf, dass die Dichtung an der kleinen Düse nicht zu fest gedreht werden kann, denn sonst kann die kleine Düse abbrechen.

16.5. Das Filament verwindet sich  

16.5.1 Den Lüfter unter der Zieheinheit nicht nach unten neigen, sondern gerade stellen, um weniger Kühlstrecke zu erreichen. Dann wird das Filament wärmer aufgewickelt und nimmt die Form der Spule schneller an.

16.5.2 Den Lüfter unter der Düse in der Drehzahl reduzieren. und/oder schräg nach unten neigen, um die Kühlstrecke zu reduzieren. 

16.5.3 Die Extrusionsgeschwindigkeit erhöhen. 

16.6. Der Sensor springt oder bleibt am Filament kleben 

16.6.1 Den Lüfter unter der Düse in der Drehzahl erhöhen. 
16.6.2 Den Lüfter unter der Düse sehr genau ausrichten, dass der Luftstrom den Draht vom Sensor trifft. Mit einem Finger den Luftstrom fühlen und prüfen, ob der Luftstrom an der Spitze des Sensors ankommt. 
16.6.3 Den Lüfter unter der Zieheinheit ganz nach unten neigen. 
16.6.4 Die Extrusionsgeschwindigkeit verlangsamen. 
16.6.5 Blasen im Filament durch unzureichende Trocknung. 
16.6.6 Verunreinigungen im Filament. 

16.7. Der Motor vom Spulenantrieb stockt 

16.7.1 Die Riemenspannung des Spulen-Antriebes ist zu hoch. Die Riemenspannung durch das Drehen der Stellschraube am Spulenantrieb verringern, bis nur ein leichtes Ziehen zu spüren ist, wenn man die Spule mit der Hand festhält. Der Riemen muss sich dabei weiterbewegen. Wenn der Einstell-Bereich der Stellschraube nicht ausreicht, muss der ganze Riemenantrieb 1-2mm höher montiert werden. Es kann trotzdem sein, dass sich dann die Spule immer noch leicht “ruckelig” bewegt, was die Funktion aber nicht stört. Dies hängt von der Betriebsdauer, der Riemenoberfläche und des verwendeten Druckmaterials der Bauteile ab.

16.7.2 Wenn der Extruder nur wenig gelaufen ist, muss man zu Beginn die Riemenspannung häufiger prüfen und ggf. verändern. 

16.7.3 In seltenen Fällen waren die Drucktoleranzen etwas anders als nötig. Zudem war das Riemenrad auf der Welle des Schrittmotors ein wenig anders Platziert als in der Anleitung beschrieben. dadurch hat sich der Riemen am Riemenrad verklemmt. Durch neu drucken und ausrichten des Riemenrades wurde die Funktion hergestellt.

16.7.4 Wenn der Motor vom Spulenantrieb stockt, obwohl die Riemenspannung richtig eingestellt und der Riemen nicht verklemmt ist, muss eventuell der Motorstrom erhöht werden. Schalten Sie die Elektronik aus, bevor Sie etwas dergleichen ändern! Dazu das Potentiometer auf dem Motortreiber (TMC2208) ein ganz kleines Stück gegen den Uhrzeiger-Sinn drehen (siehe Bild). Dazu ist ein sehr kleiner Schraubendreher nötig. Achtung: die Elektronik muss dafür ausgeschaltet sein. Drehen Sie nur in kleinen Stücken (maximal 1mm). Dann testen Sie, ob es das gewünschte Ergebnis liefert. Wenn der Motorstrom zu hoch ist, können Motor und/oder der Schrittmotortreiber sehr heiß werden. Dadurch können die Kunststoffteile weich werden oder der Schrittmotor-Treiber schaltet ab. Dann muss der Motorstrom wieder niedriger gestellt werden (Potentiometer im Uhrzeigersinn drehen). 

16.8. Die Filament-Führung schaltet nicht um 

16.8.1 Prüfen, ob die Trapezgewindespindel locker ist. Dann ggf. in das Befestigungsteil einkleben oder die Teile neu drucken und fest montieren. 

16.8.2 An den Bauteilen FG-I und FG-J alle Kanten kontrollieren und leicht abschleifen. Auch die Oberflächen auf Unebenheiten kontrollieren und ggf. nachbearbeiten. 

16.8.3 Die Federspannung der Rastmechanismus prüfen, wenn diese zu hoch oder zu niedrig ist, kann es Umschaltprobleme geben. 

16.8.3 Prüfen, ob das Aluminiumprofil gerade und winklig montiert ist. Auch wenn dieses verdreht  montiert ist, kann es Probleme geben.  

16.9. Die Extruderschnecke quietscht bei jeder Umdrehung

16.9.1 Die Extruderschnecke ist zu wenig mit Kunststoff gefüllt. Auch ber verwednung des Dosiertrichters (ED-J) kann das vorkommen. Wenn das Granulat ein Form hat, wodurch pro Umdrehung zu wenig Material in den Trichter Dosiert wird. Dann kann die Öffnung in der Kupplung (welche das Material Dosiert, Bauteil ED-A) ein weinig vergrößert werden. Wenn es nötig ist, mit sehr wenig Material zu arbeiten, ist es möglich auf die optional erhältlichen Extruderschnecke mit niedriger Kompression zu wechseln. Diese ist auch steifer und weniger empfindlich gegen mechanische Belastung.

16.9.2 Die Motorhalterung des Extrudermotors wird bei der Montage nicht genau genug zentriert. Dann kann es sein, dass die Extruderschencke die Innenfläche des Rohres berührt. Dann Extruder stoppen und die Schrauben der Motorhalterung lösen, Position und Ausrichtung prüfen, dann die Schrauben wieder anziehen.

16.9.3 Die Extruderschencke mit hoher Kompression ist ein Kompromiss aus Materialstärke und Funktion. Sie lässt sich relativ einfach verbiegen. Die Extruderschnecken werden von uns auf Geradheit überprüft bevor diese versendet werden. Trotzdem kann es ggf. durch den Transport oder bei häufigem Ausbauen und Einbauen der Extruderschnecken dazu kommen, dass diese nicht mehr ganz gerade sind. Das stört die Funktion meist nicht, kann aber wie gesagt bei der Verwendung des Dosiertrichters zu diesen Geräuschen führen. Dann kann man die Extruderschnecke ausbauen, gut reinigen und auf einer geraden Ebene oder Richtplatte auf Geradheit prüfen, und ggf. richten. In seltenen fällen wurde beim Ausbauen der Extruderschnecke viel Kraft angewendet, wodurch die Extruderschnecke verbiegt, da der Extruder nicht leer genug war, wie in Kapitel 12 beschrieben. Dann muss die Extruderschnecke ggf. ersetzt werden.

16.10. Das fertige Filament spult sich wieder von der Spule ab 

Wenn man das produzierte Filament direkt mit einem 3D Drucker verarbeitet, kann es passieren, dass sich das Filament wieder von selbst von der Spule abspult. Dies wird verhindert, indem man entweder die Spule 1 oder zwei Tage liegen lässt (dann nimmt das Material die Form an) oder indem man das Filament mit weniger Kühlung produziert. Wenn es noch leicht warm aufgewickelt wird, nimmt es schneller die Form an. 

16.11. Display Probleme  

16.11.1 Display ist schlecht lesbar oder reagiert langsam: 
Kontrast muss eingestellt werden. Dies ist über eine Dreh-Potentiometer auf der Rückseite des Displays möglich. 

16.11.2 Display friert ein und lässt sich nicht mehr Bedienen: 
Wackelkontakt an Leitung von Zugmotor und/oder Spulenantrieb. Klemmverbindungen überprüfen.