Wenn die Extruderschnecke blockiert, dann verliert der Schrittmotor des Extruderantriebs Schritte und macht ggf. ruckartige Bewegungen oder blockiert bei einem auffälligen Geräusch. Das ist zunächst nicht schlimm, sollte aber nicht lange bestehen bleiben. Die Strombegrenzung des Schrittmotors dient hierbei als Überlastschutz und ist bei Auslieferung relativ gering eingestellt, um durch Anfängerfehler nichts zu beschädigen. Wenn bei Ihnen die Extruderschnecke blockiert, prüfen Sie zunächst folgende Schritte:
- Überprüfen Sie, ob der Schmelzefilter in der Düse ggf. verstopft ist oder sich verformt hat und zur Düsenspitze gedrückt wurde. Beides erfordert ein erhöhtes Drehmoment der Extruderschnecke und kann zur Blockierung des Motors führen. Wie man den Filter ausbaut finden Sie in Kapitel 13 der Bedienungsanleitung.
- Überprüfen Sie die Materialqualität. Das Material muss wie in dem Material-Leitfaden beschrieben aufbereitet sein. Siehe im Materialleitfaden. Verschaffen Sie sich auch hier einen Überblick, um zu wissen, womit Sie arbeiten.
- Wenn man versucht die maximale Drehzahl des Extruders herauszufinden, kann es sein, dass es anfangs gut läuft aber nach einiger Zeit Probleme gibt. Das kann zwei Gründe haben:
1. Die Einzugszone kühlt nach einiger Zeit ab, weil die Heizleistung an die Grenze kommt.
2. Zusatzstoffe wie Masterbatch oder auch andere Kunststoffe können eine schmierende Wirkung haben. Dadurch bildet sich ein Art Gleitfilm auf der Innenseite des Rohres. Wenn man danach ein anderes Material verarbeitet reduziert dieser Gleitfilm noch eine ganze Zeit die Reibung. Nach etwas 0,5 bis 2 produzierten Filamentspulen ist der Gleitfilm verschwunden, dann erhöht dich die Reibung und man muss die Drehzahl verringern, da sonst die Motorleistung an die Grenze kommt.
Statt die Drehzahl des Extruders als Maß für die Geschwindigkeit zu verwenden, sollte man die generelle Extrusionsgeschwindigkeit im Blick zu haben. Das sieht man an der Drehzahl der Zugeinheit (Pulling unit, P: auf dem Display). Diese sollte zwischen 20 und 30 rpm sein. (natürlich immer abhängig vom verwendeten Material und den Zusatzstoffen). Also die Drehzahl des Extruder-Motors so einstellen, dass im Automatikmodus die Drehzahl von P: im entsprechenden Rahmen liegt. Wenn das stabil läuft, kann man schauen wie weit man noch gehen kann. - Überprüfen Sie die Temperatur. Temperaturunterschiede gegenüber den Erfahrungswerten im Materialleitfaden von bis zu +/-15°C können vorkommen. Kunststoffe von verschiedenen Herstellern können unterschiedliche Verarbeitungstemperaturen haben, auch wenn sie den gleichen Namen (z.B. PETG) haben.
- Auch die Form und Korngröße des Mahlgutes oder der Pellets kann Einfluss auf die genannten Einstellungen haben. Wenn Sie z.B. das gleiche Material einmal in Pulverform und einmal in Granulatform verarbeiten, werden die Einstellungen unterschiedlich sein. Pulverförmige Materialien oder spezielle Materialien wie PLA+ und manche PETG Sorten sind manchmal nicht verarbeitbar. Dazu ist das Upgrade auf die Version MK3S nötig.
- Pulverförmige Materialien oder spezielle Materialien wie PLA+ und manche PETG Sorten sind manchmal nicht verarbeitbar. Dazu ist das Upgrade auf die Version MK3S nötig.
- Legen Sie sich auf ein Material fest und finden Sie die passenden Einstellungen. Dann notieren sie sich die Einstellungen. Notieren Sie auch, wie Sie das Mahlgut hergestellt haben. Es müssen die gleichen Vorraussetzungen geschaffen sein, dann geht das Anfahren des Extruders beim nächsten mal ganz schnell. Danach erst versuchen Sie die Einstellungen für das nächste Material zu finden, welches Sie verarbeiten möchten.
- Stellen Sie sicher, dass sich die Extruderschnecke weit genug im Rohr befindet. Die flache Fläche der Schnecke im Einzugsbereich muss bis in das Rohr hinein ragen. Wenn die Schnecke nicht weit genug im Rohr ist, wird Material am Eingang zum Rohr festgeklemmt, mitgedreht oder abgeschert.
- Überprüfen Sie, ob Sie die passende Extruderschnecke verwenden. Die Extruderschnecke (high compression) ist auf die Verarbeitung von geschredderten 3D Druckabfällen aus PLA, ABS und PETG abgestimmt. Darüber hinaus lassen sich damit auch bestimmte Kunststoffe in Pellet-Form wie PLA Sorten (auf 3D Druck optimiert) und ABS verarbeiten. Die Extruderschnecke (low compression) ist auf die Verarbeitung von Kunststoffen in Pellet-Form wie PLA, ABS, ASA, PETG abgestimmt. Seit 23. Dezember 2025 wird die neue Extruderschnecken-Version V2 ausgeliefert, welche für mehr Materialien geeignet ist. Diese hat statt runde Markierungen, ovale Markierungen am Schaft. Kontaktieren Sie uns bei Fragen. Die Verarbeitung von Nylon, PA, PS oder anderen technischen Kunststoffen kann nicht garantiert werden, ist aber oft möglich. Es kann allerdings sein, dass der Extruder diese Materialien zwar extrudieren kann, die Aufwicklung und Kalibrierung zu maßhaltigem Filament aber nicht funktioniert. Das liegt daran, dass diese Kunststoffe andere Viskositäten haben oder sehr schnell erstarren. Da kommt die Kalibrierung und Aufwicklung dieses Systems an seine Grenzen. Daher kann die Verarbeitung dieser Materialien aktuell nicht garantiert werden.
- Überprüfen Sie den Zustand des Axiallagers in der Kupplung zwischen Extruderschnecke und Motor. Dieses muss ausreichend geschmiert sein. Wenn dieses trocken läuft, kann es bremsen und den Motor blockieren. Daher regelmäßig fetten, vor allem bei Dauerbetrieb. Wenn es trocken gelaufen ist, Lager ausbauen, reinigen und neu fetten.
- Überprüfen Sie den Motorstrom des Schrittmotors. Der Motorstrom wird am externen Schrittmotortreiber über kleine Dipschalter eingestellt. Es gibt folgende Möglichkeiten:
- Es sieht so aus, als wäre die richtige Einstellung gewählt aber ein Dipschalter ist nicht ganz nach unten oder oben gedrückt. Dann hat dieser keinen Kontakt und es kann zu Fehlfunktionen kommen. Pfüfen Sie die korrekte Schalterstellung.
- Wenn hier eine falsche (zu niedrige) Einstellung gewählt wäre, kann der Motor blockieren, ohne dass es einen Grund dazu gibt. Überprüfen Sie dazu „Schritt 55“ in Kapitel 03 der Aufbauanleitung. Schalterstellung sollte sein: Dipswitch 1: off, Dipswitch 2: off, Dipswitch 3 on.
- Es kann auch Materialabhängig nötig sein, den Strom erhöhen zu müssen. Gerade bei zähen Materialien wie PETG oder bei manchen PLA Sorten (die für Spritzguss oder Filmblasen optimiert sind) kann das der Falls sein. Um den Motorstrom zu erhöhen gehen Sie folgendermaßen vor:
– Öffnen Sie das Elektronik Gehäuse auf der Rückseite des Extruders.
– Am externen Schrittmotortreiber finden Sie kleine Dip-Schalter. Schalter 1, 2 und 3 werden nun eingestellt. (Diese Einstellung gilt nur für den im Bausatz verwendeten Schrittmototreiber „DM332T“).
– Der Motorstrom ist bei der Werkseinstellung auf 1,9 Ampere begrenzt. Für 2,2 Ampere stellen Sie Schlater 1 auf „on“, Schalter 2 auf „on“ und Schalter 3 auf „off“. Für 2,5 Ampere stellen Sie Schalter 1 auf „off“, Schalter 2 auf „on“ und Schalter 3 auf „off“. Für 2,9 Ampere stellen Sie Schalter 1 auf „on“, Schalter 2 auf off“ und Schalter 3 auf „off“. - Wenn Sie den Motorstrom erhöhen, beachten Sie dabei folgendes:
– Der Schrittmotor muss dann eventuell gekühlt werden. Wobei Betriebstemperaturen um die 60 bis 70°C für den Motor generell kein Problem sind. Achtung: Verbrennungsgefahr. Es kann auch Schmiermittel austreten. (Bei Version MK2.5: Wenn das Gehäuse des Getriebes vom MK2.5 aus PLA gedruckt ist, kann es ggf. weich werden.)
– Es darf nur die Extruderschnecke mit niedriger Kompression bis zum maximalen Motorstrom verwendet werden. Die Extruderschnecke mit hoher Kompression, kann unter Umständen beschädigt werden, wenn der Strom auf über 2,5A erhöht wird. ARTME 3D® übernimmt hierbei keinerlei Haftung.
- Überprüfen Sie das Axiallager, welches in Bauteil ED-A-coupler eingesetzt ist. Wenn dieses ohne Schmierung läuft, kann es beschädigt werden und blockieren. In diesem Fall das Lager schmieren oder ersetzen.
- Überprüfen Sie die Ausrichtung des Extruder-Rohres. Es muss gerade ausgerichtet sein, wie in Kapitel 02, Schritt 26 der Aufbauanleitung beschrieben. Wenn das Rohr durch einen Umbau oder Austausch der Teile nicht mehr gerade zur Achse des Motors ausgerichtet ist, wird die Extruderschnecke verkantet. Das kann zum blockieren des Motors im Betrieb führen.
- Überprüfen Sie, ob die Heizelemente korrekt am Extruderrohr montiert sind. Bei schlechter Wärmeleitung, kann es sein, dass das Rohr im Betrieb zu weit abkühlt, ohne dass man es merkt.
- Wenn diese Punkte nicht zum Erfolg führen, ist nicht auszuschließen, dass die Elektronik zu Schrittverlust des Motors führt. Das können Sie überprüfen, indem Sie den Motor ausbauen und ohne Extruderschnecke drehen lassen. Wenn der Motor dann auch stockt, ist die Elektronik das Problem. In diesem Fall kontaktieren Sie mich bitte.
- Wenn diese Hilfestellungen nicht zum Erfolg führen, kontaktieren Sie mich bitte.
